Über uns
Was bedeutet es, wenn rechtsextreme Haltungen den Familienalltag prägen?
Kinder, die mit rechtsextremen Werten erzogen werden. Eltern, die sich über politische Weltbilder entzweien. Angehörige, die zwischen Loyalität und klarer Abgrenzung stehen. Rechtsextremismus wirkt nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch mitten im Zusammenleben von Familien.
‚Familie‘ ist ein Begriff, der viele Erwartungen und Bedeutungen trägt: Für manche ist er mit Geborgenheit verbunden, für andere mit Konflikten oder Ausschlüssen. Diese Mehrdeutigkeit macht Familie zu einem zentralen Bezugspunkt gesellschaftlicher und politischer Debatten. Rechtsextreme Akteur*innen greifen dieses Spannungsfeld auf und besetzen es für ihre Zwecke: Unter dem Banner des ‚Familien- und Kinderschutzes‘ verbreiten sie ihre menschenfeindliche Ideologie und verknüpfen diese mit normativen Bildern von Geschlecht, Erziehung und Kindheit.
Genau hier setzt unsere Arbeit an: Die Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF) macht sichtbar, wie Rechtsextremismus das private Miteinander beeinflusst und wie Familie politisch instrumentalisiert wird. Wir unterstützen Angehörige und Fachkräfte, die mit diesen Dynamiken umgehen müssen, und entwickeln gemeinsam Wege, um handlungsfähig bleiben zu können.
Die Fachstelle RuF
Die Fachstelle Rechtsextremismus und Familie (RuF) im LidiceHaus Bremen arbeitet seit 2001 zu den Schnittstellen von Familie, Geschlecht und Rechtsextremismus. Wir bringen wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis und entwickeln Ansätze, wie Menschen im privaten wie beruflichen Umfeld handlungsfähig bleiben können. Unsere Arbeit umfasst:
- Beratung von Angehörigen: Wir unterstützen An- und Zugehörige, die mit rechtsextremen Einstellungen umgehen müssen.
- Stärkung für Fachkräfte: Wir unterstützen Fachkräfte, die im Alltag mit rechtsextremen Haltungen konfrontiert sind – durch individuelle Beratung, praxisnahe Fortbildungen und den gemeinsamen Blick auf Handlungsoptionen.
- Vernetzung und Austausch: Im bundesweiten Netzwerk „Rechtsextremismus und Familie“ bringen wir Expert*innen aus fast allen Bundesländern zusammen. Als Dachstruktur bündeln wir Fachwissen, fördern den Austausch zwischen Praxis und Forschung und schaffen Räume, in denen Erfahrungen geteilt und neue Ansätze entwickelt werden können.
Wir sind ein interdisziplinäres Team mit Erfahrung in politischer Bildung, systemischer Beratung, Netzwerkarbeit und Rechtsextremismusprävention. Uns verbindet die Motivation, Menschen zu stärken, die im privaten oder beruflichen Umfeld mit rechtsextremen Haltungen umgehen müssen.
Das KompRex
Unsere Arbeit wird durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ein zentraler Schwerpunkt ist unsere Mitarbeit im bundesweiten Kooperationsverbund KompRex – Kompetent in der Rechtsextremismusprävention zum Aufbau einer bundeszentralen Infrastruktur im Bereich der Rechtsextremismusprävention.
KompRex vereint sechs Träger, die aus unterschiedlichen Perspektiven zur Prävention von Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit arbeiten: das LidiceHaus Bremen, die Amadeu Antonio Stiftung, die Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus, der Verein Gesicht Zeigen!, cultures interactive e.V. sowie die BAG Kirche und Rechtsextremismus. Gemeinsam reagieren wir auf aktuelle Herausforderungen, bündeln Expertise und entwickeln praxisnahe Angebote für Fachkräfte und Zivilgesellschaft.
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